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Zentrum für
schulpraktische Lehrerausbildung
Oberhausen

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IM KONTEXT
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Das Pädagogische Selbstkonzept (PSK)

"Es gibt keine Rezepte für professionelles  Lehrerhandeln"  (Meyer, „Wege und Werkzeuge der Professionalisierung in der Lehrerbildung“, S. 16.),

denn die im Unterricht und Schulalltag zu lösenden Aufgaben sind so komplex, dass eine lineare Ableitung von Handlungsmustern aus wissenschaftlichen Vorgaben scheitert.

Deshalb und auf der Grundlage der drei Verantwortlichkeiten

  • gegenüber dem Staat
  • gegenüber den heranwachsenden Menschen
  • gegenüber sich selbst

sollen in unserem Seminar angehende Lehrerinnen und Lehrer im Sinne eines lebenslangen Lernens so ausgebildet werden, dass sie beginnen ein eigenes pädagogisches Konzept zu entwickeln, "damit sie in pädagogischer Verantwortung vor sich selbst, [vor Eltern, Schülern, Kollegen und der Schulaufsicht] zu handeln vermögen - zwar auch unter Beachtung des Schulgesetzes, der Richtlinien und Lehrpläne, aber in einem pädagogischen Freiraum." (Cohn / Terfurth, Lebendiges Lehren und Lernen, S. 197ff.) Diese zentrale Zielvorstellung unserer Seminararbeit - das Bewusstmachen eines eigenen pädagogischen Konzepts soll die Wurzel für eine über die Ausbildungszeit hinausreichende professionelle Weiterentwicklung eines solchen sein, denn der Prozess der Entwicklung einer Lehrerpersönlichkeit ist ein lebenslanger. "Das Selbstkonzept einer Person ist keine schöngeistige Spekulation, es ist erfahrbar und feststellbar. Dass wir ein Konzept von uns selbst haben, ist uns meist nicht bewusst. Es ist die Summe von Qualitäten, die hinter dem Wort ‚Ich' oder ‚Ich selbst' stehen. Diese Qualitäten unseres Selbst sind grundsätzlich dem Bewusstsein zugänglich" (Vgl. Tausch, / Tausch, Erziehungspsychologie – Begegnung von Person zu Person.) und damit als ein zentraler Bestandteil schulischer Handlungskompetenz anzusehen.  

Theorieansätze, subjektive Handlungstheorien und Erfahrungen aus dem praktischen Handeln verbinden sich hierbei zu einem individuellen pädagogischen Konzept, in dessen Zentrum das persönliche Leitbild (Utopien, Visionen, Ideale) in seinem ständigen Spannungsfeld von Anspruch und Wirklichkeit, von persönlichen Wertemaximen und gesellschaftlichen Herausforderungen steht.

Die Entwicklung eines pädagogischen Konzepts durchzieht die Ausbildung als Leitlinie eines reflektierten, inneren, beruflichen Handlungskonzepts.

  1. In der biografischen Reflexion werden die unbewusst wirkenden Lehrerinnen-, Lehrer- und Unterrichtsbilder aus mehr als 12.000 erlebten Unterrichtsstunden an Theorie und Praxis gespiegelt und - wenn möglich - aufgeklärt.
  2. In der individuellen Wirksamkeitserfahrung bei Schülerinnen und Schülern formt sich ein Repertoire in unterrichtlicher und erzieherischer Hinsicht.
  3. Die Konzeptdarstellung im Planungs- und Entwicklungsgespräch ist eine erste Gelegenheit zur Zusammenschau relevanter beruflicher Handlungsfelder.
  4. In der Zweiten Staatsprüfung ermöglicht die pädagogische Konzeption eine kritische Beleuchtung des individuellen, theoriegestützten Konzepts sowohl bei seiner Realisation im Unterricht als auch im Kolloquium mit einer Expertenrunde aus Schule und Seminar.
  5. Im Auswahlgespräch bei Einstellungsverfahren ergibt sich die Möglichkeit, die eigene Konzeption mit dem jeweiligen Schulprogramm abzugleichen und eine Entscheidung für eine erfolgreiche Bewerbung herbeizuführen.
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